Frau Kapriziös

Ich saß ihr gestern bei der Geburtsfeier einer Freundin gegenüber und dachte mir:
Eigentlich ist sie ist eine hübsche und intelligente Frau, meine Arbeitskollegin. Schade ist nur, dass sie eine kaprizierte Mimosenprinzessin ist (ah, da zieht es…uih, ich glaube, das vertrage ich nicht…oh, ich fühl mich so unwohl. Ich glaub, ich lass mich im Spital durchchecken...)

Ich war zwar einmal vor mittlerweile auch schon fast 9 Jahren einmal auf einen Kaffee mit ihr – aber das war’s dann auch schon.
Denn nicht minder kompliziert ist diese Frau bei der Partnerwahl.

Das Beuteschema enthält keine Variablen, die leichte Abweichungen zuließen. In Frage kommt nur ein Mediziner (klar: sozialer Status, Geld…und bei dieser hypochondrischen Disposition erspart ein Mediziner im eigenen Haus Arztbesuche und langes Herumsitzen in muffigen Wartezimmern). Weiters darf er noch nie mit einer anderen Frau den Bund der Ehe geschlossen haben und mit seinen guten Genen darf er noch kein neues Leben gezeugt haben.
Mit einer derart millimetergenauen Eingrenzung tut sich selbst eine attraktive Frau auf dem Partnermarkt schwer.

Jetzt mit 36 geht der Frau Kollegin berechtigterweise auch schon ein bisserl das Düserl….

Nachttränen

Mein Spüren hat geendet.
Ich war eine Totgeburt von Anfang an.
Meine Liebe kann niemanden erreichen.
Sie ist ein längst erloschener Stern
in einem Sack voll Dreck.

Schüttet mich aus.
Es wird keine Erinnerung geben,
denn ich bin nie gewesen.

Die Termiten nagen

Die Zweifel nagen wie Termiten an mir, nachdem sie mir dargelegt hat, warum ich als Beziehungspartner nicht in Frage komme:

Mir fehlt die Sicherheit bei dir.
(Was für eine Sicherheit? Geld? - Nein, aber du bist ein Träumer. Du stehst nicht im Leben.)

Ich habe noch nie einen Mann getroffen, der sich in seinem Beruf so wenig engagiert wie du.
(Wie aus dem Lehrbuch, Stichwort: Alphatier. Wir erinnern uns?).

Ich habe zu viel Energie für dich. Du bist eher einer, der lieber herumsitzt.

etc.

Offensichtlich begehre ich Frauen, für die meine Fähigkeiten nicht ausreichen. Weder als Versorger noch als Besorger.
Ich hab das Gefühl, ich werde die Reservebank nie verlassen...
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