Glücksschmied

Jeder ist seines Glückes Schmied.
Fernöstliche Weisheit in eine volksverdauliche Redensart verpackt. Nur: Was soll man schmieden, wenn nichts da ist zum Schmieden...?

Wo ich beim Schmieden steh, zeigt mir ein Arbeitskollege eindrucksvoll (und er ist nicht der einzige).
Bei dem geht das Schmieden bilderbuchhaft vonstatten:
Frau – Kind – Familie – beruflicher Erfolg – jetzt noch größerer beruflicher Erfolg, der noch mehr Wege eröffnet und die materiellen Güter mehrt – dadurch wird das Leben noch entspannter – seine Frau wird in ihrer Überzeugung, den richtigen gewählt zu haben, unerschütterlich gestärkt…usw.

Und 9 Jahre jünger ist er außerdem...

Glückssache

'Das Glück findest du nur in dir selbst'.
Der Weisheitsklassiker, der immer schnell zur Hand ist, wenn sich ersehnte und glückversprechende Lebensumstände (z.B. Beziehung…) nicht manifestieren, kann mich nach wie vor nicht überzeugen.

Ich glaube, letztlich ist es egal, ob man das Glück im Außen sucht oder in sich selbst. Beide Strategien haben annähernd den gleichen Schwierigkeitsgrad.

Verrenken für die Erfüllung
Für den Weg nach innen muss ich mich ein Leben lang verrenken in diversen Yogastellungen, meditieren, mir suggestiv mit Affirmationen eine Vorstellung von Glück auf die Hirn-Festplatte brutzeln, im Zenkloster verbringen…etc.
Und was nützt’s, wenn mich mit 70 erst die Erleuchtung ereilt (falls überhaupt) und ich dann nur mehr ein paar Jährchen in totaler glückseliger innerer Erfüllung leben kann, bevor ich abdanke?

Genau so gut kann ich das Glück auch momentweise aus äußeren Lebensumständen erhalten. Aneinandergereiht ergeben viele Glücksmomente - aufs Leben gesehen - auch ein kontinuierliches Glück von einigen Jahren.
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