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Montag, 9. Juli 2007

Caroline, die Superbiene

Die ersten Male – eine Chronik des Scheiterns (1)

Im Aufruhr der Hormone
Einer meiner Schulkameraden, er war damals schon 15, ein Jahr älter als ich, fesch und ein spaßiger Kerl, der die Aufmerksamkeit von Mädchen erregte und auch schon einige Freundschaften aufzuweisen hatte, schwärmte ständig von einer Caroline – einer Bekannten von ihm…
Ich scheuerte mir zu dieser Zeit wie ein junges Afferl meinen Schniedel wund und konnte nur von so einer Superbiene träumen. Daher war es nur logisch, dass mein pubertäres Bestreben im Aufruhr der Hormone danach ausgerichtet war, an diesen steilen Zahn ranzukommen. Unter einem fadenscheinigen Vorwand (an den ich mich nicht mehr erinnern kann) entlockte ich ihm die Telefonnummer…

Die Mutter am Rohr
Völlig unlocker, wie hätte man auch in einem Knabengymnasium, weg gesperrt von den all den Mädchen, jemals den ungezwungenen Umgang mit diesen lieblichen Geschöpfen, die jede Phantasie feucht werden ließen, erlernen können, griff ich an einem Samstagnachmittag nach dem Telefonhörer und wählte die verheißungsvolle Nummer…
(Meine Eltern waren auf einem Spaziergang. Ich hatte mich abgeseilt mit der Begründung, ich müsse für eine Schularbeit lernen. Das tat ich damals immer häufiger, um für ein paar Stunden in der Wohnung allein zu sein.)

Ja…?, hörte ich die strenge Frauenstimme insistierend fragen. Es war ganz offensichtlich die Mutter.

Kann ich bitte die Caroline sprechen…mit unsicherer Stimme brachte ich mein Begehr hervor.

(Keine Ahnung, was ich ihr damals hätte sagen wollen. Vermutlich glaubte ich, sie würde sofort einem Date zustimmen, was ich mit meinen 14 Jahren für den Beginn einer großen, unsterblichen Liebe gehalten hätte…total bescheuert.)

Wer spricht?, fragte die Mutter gereizt…

Ich nannte den Namen meines Schulkameraden…und dachte, mit seiner Identität sei die Bahn frei. Vor meinem geistigen Auge, sah ich schon Caroline zum Telefon kommen. Ich wartete nur darauf, dass die Mutter nach ihr rufen würde...stattdessen klatschte ich jäh auf dem Boden der Realität auf, als ich die Mutter hysterisch kreischen hörte: Das kann nicht sein, er ist gerade bei uns!

S c h e i ß e!!!!…mir blieb fast das Herz stehen. Zitternd ließ ich den Hörer auf die Gabel fallen…

Gescheitert an der Phalanx des Schicksals an jenem Samstagnachmittag 1978, ahnte ich natürlich noch nicht, dass mich noch 8 lange Jahre von meiner ersten (Kurzzeit-)Freundin trennten, der einzigen in den 80er-Jahren übrigens.

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