Isn't he Beta

Wenden wir unser Augenmerk vom viel diskutierten Alphamännchen, etwa bei deprifrei, auf das unscheinbare, von der Evolution ins Beziehungs-Abseits gedrängte Betamännchen. Schwenk vom Winner zum Loser.

Männchen verzweifelt getrieben
Das Betamännchen trifft man häufig frauenlos an. Meist stellt man an ihm eine leichte Unrast fest, die es im schlimmsten Fall zu einem verzweifelt Getriebenen machen kann, weil es spürt, dass die natürliche Selektion an ihm ein Exempel statuiert und es von der Reproduktion mit den schönen, strahlenden Weibchen, von denen es sich angezogen fühlt, ausschließt.

Aussichtsloses Hamsterrad-Rennen
Gemeinerweise hat es die Natur aber mit dem gleichen Trieb ausgestattet wie das Alphamännchen, seine Gene verbreiten zu wollen. Die Evolution hat auch ihn mit dem Auftrag der Arterhaltung ins Rennen geschickt. Doch seine Rennstrecke ist das Hamsterrad, in dem es seinem Ziel nach laufen muss, bis es irgendwann schmerzlich erkennt, dass nur der Weg sein Ziel ist. Während der Weg zum Ziel ‚Frau’ für das Alphamännchen eine dreispurige Autobahn ist.

Das Betamännchen will, bloß die Weibchen wollen nicht mit ihm. Die Paarbildung kennt er meist nur aus der Perspektive des leidenden Beobachters.

Verloren in einsamer Gefühlswelt
In seinen für die Begattung notwendigen, motorischen Funktionen unterscheidet sich das Betamännchen in keinster Weise von seinem Alpha-Mitbewerber. Die mentalen Fähigkeiten und die Gefühlswelten sind bei ihm ungleich differenzierter und feiner ausgeprägt. Lediglich ein Mindestmaß an Aggression fehlt ihm, sich das zu nehmen, was es will.

Das einzige was sich das Betamännchen nehmen kann – ist das Leben…wenn es nicht vorher ohnedies schon unters Hamsterrad gerät.

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