Der Tag, an dem ich Nasti schrieb
Es war purer Zufall, dass ich im März 1977 den Tatort-Krimi 'Reifezeugnis' sah. Danach war meine Welt eine andere. Sie war blitzartig sexueller geworden.
Nastassja Kinski, das schönste Geschöpf, dass ich bis dahin in meinem jungen Leben gesehen zu haben glaubte, ließ im Krimi sogar die Hüllen fallen.

Ich konnte gar nicht anders, als Tag und Nacht von ihr träumen. Zusätzlich wurden die Träume genährt durch Bilder und Berichte im Bravo. Auch in der Bunte gab es eine Reportage. Unter irgendeinem fadenscheinigen Vorwand gelang es mir sogar, meine Mutter zum Kauf der Illustrierten zu bewegen. Wie sie da lag, in ihrem durchsichtigen Kleidchen…Weltklasse.
Wie ein Wunder
Es musste ein Wunder sein, jedenfalls ich hielt es für eines, eine Fügung des Schicksals: Ein Steckbrief im Bravo gab die Adresse von Nasti bekannt, falls man sie um ein Autogramm anlabbern wollte. (Die Schleißheimerstraße in München war’s, wenn ich mich richtig erinnere).
Feinste Blümchen für Nasti
Das schönste Blümchenbriefpapier der 70er-Jahre war gerade mal gut genug für einen glühenden Verehrerbrief an Nastassja Kinski. Heimlich verfasst, heimlich aufgegeben. Meine Mutter musste ja nichts von meinem platonischen Liebesleben mitbekommen. Es wäre mir nur peinlich gewesen.
Überraschung für den Absender
Ich harrte freudig der Dinge und malte mir aus, was Nasti wohl antworten würde. Eines schönen Tages, ich kam gerade von der Schule nach Hause, empfing mich meine Mutter: Was soll das? In der Hand hielt sie einen Brief, den ich unschwer an den Blümchen als den meinigen erkannte, und wedelte vor meinen Augen damit. Ich verstand die Welt nicht mehr. Ich hatte den Brief doch abgeschickt und nun war er wieder da. Mittlerweile war mein Kopf schon dunkelrot angelaufen, ich stammelte etwas vom Autogramme sammeln, nahm den Brief und zog mich damit zurück.
Unzustellbar. Empfänger ist in den USA, stand auf dem Kuvert. Aus der Traum vom Glück. Bald erfuhr ich, dass der Geilspecht von einem Regisseur, Roman Polanski, seine Finger im Spiel bzw. in ihrem Höschen hatte. Mit ihm drehte sie später Tess.
So war das damals…
Nostalgie-Wiederholung
Ich werde nostalgisch lächeln, wenn heute Abend auf 3SAT jener Tatort läuft, der meinen jungen Hormonhaushalt ordentlich durcheinander brachte.
23.08.2009
Nastassja Kinski, das schönste Geschöpf, dass ich bis dahin in meinem jungen Leben gesehen zu haben glaubte, ließ im Krimi sogar die Hüllen fallen.

Ich konnte gar nicht anders, als Tag und Nacht von ihr träumen. Zusätzlich wurden die Träume genährt durch Bilder und Berichte im Bravo. Auch in der Bunte gab es eine Reportage. Unter irgendeinem fadenscheinigen Vorwand gelang es mir sogar, meine Mutter zum Kauf der Illustrierten zu bewegen. Wie sie da lag, in ihrem durchsichtigen Kleidchen…Weltklasse.
Wie ein Wunder
Es musste ein Wunder sein, jedenfalls ich hielt es für eines, eine Fügung des Schicksals: Ein Steckbrief im Bravo gab die Adresse von Nasti bekannt, falls man sie um ein Autogramm anlabbern wollte. (Die Schleißheimerstraße in München war’s, wenn ich mich richtig erinnere).
Feinste Blümchen für Nasti
Das schönste Blümchenbriefpapier der 70er-Jahre war gerade mal gut genug für einen glühenden Verehrerbrief an Nastassja Kinski. Heimlich verfasst, heimlich aufgegeben. Meine Mutter musste ja nichts von meinem platonischen Liebesleben mitbekommen. Es wäre mir nur peinlich gewesen.
Überraschung für den Absender
Ich harrte freudig der Dinge und malte mir aus, was Nasti wohl antworten würde. Eines schönen Tages, ich kam gerade von der Schule nach Hause, empfing mich meine Mutter: Was soll das? In der Hand hielt sie einen Brief, den ich unschwer an den Blümchen als den meinigen erkannte, und wedelte vor meinen Augen damit. Ich verstand die Welt nicht mehr. Ich hatte den Brief doch abgeschickt und nun war er wieder da. Mittlerweile war mein Kopf schon dunkelrot angelaufen, ich stammelte etwas vom Autogramme sammeln, nahm den Brief und zog mich damit zurück.
Unzustellbar. Empfänger ist in den USA, stand auf dem Kuvert. Aus der Traum vom Glück. Bald erfuhr ich, dass der Geilspecht von einem Regisseur, Roman Polanski, seine Finger im Spiel bzw. in ihrem Höschen hatte. Mit ihm drehte sie später Tess.
So war das damals…
Nostalgie-Wiederholung
Ich werde nostalgisch lächeln, wenn heute Abend auf 3SAT jener Tatort läuft, der meinen jungen Hormonhaushalt ordentlich durcheinander brachte.
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