Gedankenströme

Breathtaking


Life is not measured by the number of breaths we take, but by the moments that take our breath away.

Nun, so ein atemraubender Moment könnte zum Beispiel hemmungsloser Sex mit einem Busenwunder sein.
Sollte das gerade (aus unerklärlichen Gründen) nicht möglich sein, auch kein Problem:
Man(n) hält sich einfach die Nase zu und presst die Lippen auf einander und erlebt – wenn er es lange genug durchhält – nicht nur einen atemberaubten Moment, sondern auch gleich ein blaues Wunder.

Gedanken-Sushi

Wie Running Sushi ziehen die Gedanken vorbei…aber ich greife im Moment nicht danach, weil ich mich an ihnen schon satt gedacht habe. Ich schaue nur…und das bekommt mir auch ganz gut.

Glimmende Einbildung

In jungen Jahren fühlte sich mein Leben an wie eine brennende Lunte, von der ich glaubte, sie würde eines Tages ein Pulverfass an Lebensglück und Lebensentwürfen hoch gehen lassen.
Am Ende der Jugend musste ich feststellen, dass sie nur eine glimmende Einbildung gewesen war…

Es brennt nicht

Oft frage ich mich: 'Was tue ich hier eigentlich?' Ich hab das Gefühl, es hält mich nur die Schwerkraft auf dieser Erde. Das Leben 'verlebt' sich ganz von selbst…und ich bin sein treuer Zuschauer.

In diesem Moment höre ich wertschätzende Worte:
DU hast ein RECHT darauf zu leben !!!!! weil DU bist jetzt da und es hat niemand was davon, wenn du dein Leben jetzt nicht nimmst und lebst !!!!!!

Doch jede gedankliche Bemühung, das Projekt 'Leben neu' in Angriff zu nehmen, gleicht einem Streichholz, das im windigen Freien eine Kerze anzünden will. Selbst nach hundertmaligen Versuchen wird die Kerze nicht brennen…

Glücksschmied

Jeder ist seines Glückes Schmied.
Fernöstliche Weisheit in eine volksverdauliche Redensart verpackt. Nur: Was soll man schmieden, wenn nichts da ist zum Schmieden...?

Wo ich beim Schmieden steh, zeigt mir ein Arbeitskollege eindrucksvoll (und er ist nicht der einzige).
Bei dem geht das Schmieden bilderbuchhaft vonstatten:
Frau – Kind – Familie – beruflicher Erfolg – jetzt noch größerer beruflicher Erfolg, der noch mehr Wege eröffnet und die materiellen Güter mehrt – dadurch wird das Leben noch entspannter – seine Frau wird in ihrer Überzeugung, den richtigen gewählt zu haben, unerschütterlich gestärkt…usw.

Und 9 Jahre jünger ist er außerdem...

Glückssache

'Das Glück findest du nur in dir selbst'.
Der Weisheitsklassiker, der immer schnell zur Hand ist, wenn sich ersehnte und glückversprechende Lebensumstände (z.B. Beziehung…) nicht manifestieren, kann mich nach wie vor nicht überzeugen.

Ich glaube, letztlich ist es egal, ob man das Glück im Außen sucht oder in sich selbst. Beide Strategien haben annähernd den gleichen Schwierigkeitsgrad.

Verrenken für die Erfüllung
Für den Weg nach innen muss ich mich ein Leben lang verrenken in diversen Yogastellungen, meditieren, mir suggestiv mit Affirmationen eine Vorstellung von Glück auf die Hirn-Festplatte brutzeln, im Zenkloster verbringen…etc.
Und was nützt’s, wenn mich mit 70 erst die Erleuchtung ereilt (falls überhaupt) und ich dann nur mehr ein paar Jährchen in totaler glückseliger innerer Erfüllung leben kann, bevor ich abdanke?

Genau so gut kann ich das Glück auch momentweise aus äußeren Lebensumständen erhalten. Aneinandergereiht ergeben viele Glücksmomente - aufs Leben gesehen - auch ein kontinuierliches Glück von einigen Jahren.

Hereinspaziert!

Da sind wir wieder – in der Illusion der Zeit, des Ichs mit unseren Träumen, Wünschen, Sehnsüchten…in der Hoffnung, das Leben auf ein Neues nach unserer Logik hinzubiegen.
Die vertraute Kontinuität des Lebens, in der wir routiniert agieren, lachen, leiden, kopulieren lullt uns wieder ein.

Willkommen in KW 14.

Hexagramm 56

Ein Mann geht seinen Weg. Geht hin und wieder auch in die Irre, macht ungewollt Umwege, weil er die falschen Abzweigungen für die richtigen hält…aber er geht und hofft, irgendwann anzukommen – bei sich, vorübergehend auch bei ihr, die ihn ein Stück des Weges begleitet.

In einem Moment des Wartens greift er nach einem (zufällig?) herum liegenden I Ging Buch. Hoffnung, bisher der Antrieb für die meisten seiner Schritte, wird plötzlich zu einem irrlichterenden Prinzip, vor das sich wie eine dunkle Wolke die Weissagung des Hexagramms 56 schiebt, das er (zufällig?) aufschlägt.

Wie auf einer Reise fehlt den Geschicken die Stabilität. Die Dinge schweben, treiben und sind instabil und nichts scheint zu verlaufen wie erhofft.

Wunsch: Kleine Wünsche sind erfüllbar, die großen aber sind unerreichbar.

Liebe: Die Absichten der anderen Seite schwanken. Dies führt zum Scheitern.

Nach jemanden suchen: Weit weg und an einem unbekannten Ort. Nicht leicht zu finden.


Zwischen Unerreichbarkeit und Scheitern kann es für ihn immer nur ein kleines, flüchtiges Glück geben. Will er noch viele Schritte tun, wird er die Kraft dafür nur in der Demut finden.

Permanent im Regen


Im Spannungsfeld zwischen Suchenmüssen und Findenwollen gab es immer wieder auch Phasen des Vertrauens in den Lauf der Dinge und unangestrengter Gelassenheit (früher als das Älterwerden noch nicht spürbar war), in denen die Liebe erwartet wurde. Die Gelassenheit weicht mittlerweile immer häufiger einem resignativen "Scheiß drauf…".

Kein Service inkludiert
Dem Desperaten erklärt man, alles im Leben habe einen Sinn. Freilich! Das Sosein ist gottgewollt. Nur der Sinn offenbart sich dir ums Verrecken nicht. In dieser Hinsicht lässt Gott seine Schäfchen im Stich. All-inclusive-schieb-es-mir-in-den-Arsch-Service und eine seelische Luxus-Suite sind nicht vorgesehen für die Mitglieder eines 'Fischerclubs'.

Nein, den Sinn muss sich schon jeder selbst herbei reden und herbei erklären. Wir sind ja nicht zum Vergnügen hier. Aber das Zurechtgeschnitzte will nicht so recht plausibel erscheinen. Es bleibt zweifelbehaftet und ändert sich mit einer Häufigkeit wie bei manchen Frauen die Haarfarbe.

Trostengel in Blond
Die, die du vermeintlich für Engel der Erlösung hältst (zuweilen auch blond) – unerfahren in sexueller und partnerschaftlicher Diskontinuität, weil sie diese nie oder nur kurz erlebt haben - stehen dir mit Pseudo-Trost zur Seite: Schau, du hast eine Wohnung, einen Job, bist gesund, hast viel Zeit für dich…

Und das Gefühl, permanent im Regen zu stehen, das du schon seit Jahren nicht mehr los wirst, verschlimmert sich. Was sollen diese Engel sonst auch sagen? Trostparolen, von denen dir jedes Mal kotzübel wird, wenn du sie hörst (es wird auch für dich einmal passen), willst du schon seit mindestens 15 Jahren nicht mehr hören. Doch die Platte deines Lebens ist irgendwann hängen geblieben.

An dieser Stelle könntest du einen Song schreiben: 'Permanent raining' (hey, klingt gut der Titel)…
…from lonely skies…blurring the eyes…blablabla
Aber selbst das ist dir schon zu blöd.

Das Paradies


Es gibt das Paradies:
Zwei für einander.
Es gibt die Hölle:
Einer fehlt.

(Martin Walser)

Manchmal können die Verhältnisse jedoch in ihrer Umkehrung Paradies oder Hölle sein, denn Zwei können sich das Leben durchaus zur Hölle machen und Einer kann im Alleinsein sein Paradies finden.
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