Gedankenströme

Ganz fein allein


Die Kunst des Alleinseins besteht darin,
nicht sonderbar zu werden, sondern wunderbar.

(lovehunter)


lovehunter on twitter 20.07.2009

Geschlechtssensible Aufzucht

Heute ist er wieder einmal durch mehrere Blogs gewandelt, unser aller Liebling: der Mister Nice Guy.

Er, der sich bemüht, Frauen zu verstehen, ihre Launen zu balancieren, auf sie einzugehen…zieht letzten Endes immer die Arschkarte (Du bist nett, aber…). Die Zukunft dieser Männerspezies sieht nicht rosig aus, denn neuerdings wird mit der Aufzucht dieser Gattung bereits im so genannten Gender-Kindergarten begonnen. Geschlechtssensibel (was für ein 'schöner' Begriff) wird er erzogen. Sein stereotypes Rollenverhalten wird man ihm schon noch abgewöhnen. Ein erster Schritt ist die nicht mehr vorhandene Spielecke mit Bauklötzen. Durch Puppenwickelkurse sind die Buben nun später sicher in der Lage, ihre eigenen Kinder perfekt zu wickeln. (Originalzitat: ceiberweiber.at)
Vielleicht will dieses geschlechtsneutrale Wesen später einmal sogar selbst Kinder gebären…wer weiß.

Der Traumprinz mit der starken Schulter zum Anlehnen ist vom Aussterben bedroht. Die Nice Guys, die seinen Platz einnehmen, werden künftig noch identitätsloser, geschlechtssensibler - und noch nettere Freunde sein, mit denen frau noch weniger oft ins Bett gehen will...

Tags: Goodbye Nice Guy, Abschied vom netten Kerl

03.02.2009

Irgendwo unterm Winterhimmel

Einsame Sonntagspaziergänge führen nirgendwo hin. Richtungsloses Bewegen, das keine Erinnerung hinterlässt. Der graue Winterhimmel wölbt sich über die frostige Erde und es bleibt still. Alles war gleich, würde die Antwort nach Jahren lauten, fragte jemand nach diesen Nachmittagen. Aber wer sollte sich je erdreisten, eine so unsinnige Frage zu stellen.

01.02.2009

Lebensstoff

Was bleibt für dieses Leben noch übrig?, (zu tun, zu erreichen…) wirft der Freund, der Yogalehrer, ein.

Die Endlichkeit der Zeit wird nun schon spürbar. Auf dem Stoffballen des Lebens ist ein großer Teil des Stoffes verbraucht. Was soll aus dem Rest Sinnvolles geschneidert werden? Verschnitt soll es möglichst keinen geben. Es wird nachgedacht, umsichtiger die Ressourcen verwaltet…zu viel ist schon gedankenlos verschwendet worden.

Schnittmuster, die für den großen Lebensentwurf gedacht waren, vergilben in den Schubladen der Träume. Und manchmal möchte man das restliche Wollen einfach durch eine große Müdigkeit ersetzen.

27.01.2009

Breathtaking


Life is not measured by the number of breaths we take, but by the moments that take our breath away.

Nun, so ein atemraubender Moment könnte zum Beispiel hemmungsloser Sex mit einem Busenwunder sein.
Sollte das gerade (aus unerklärlichen Gründen) nicht möglich sein, auch kein Problem:
Man(n) hält sich einfach die Nase zu und presst die Lippen auf einander und erlebt – wenn er es lange genug durchhält – nicht nur einen atemberaubten Moment, sondern auch gleich ein blaues Wunder.

Gedanken-Sushi

Wie Running Sushi ziehen die Gedanken vorbei…aber ich greife im Moment nicht danach, weil ich mich an ihnen schon satt gedacht habe. Ich schaue nur…und das bekommt mir auch ganz gut.

Glimmende Einbildung

In jungen Jahren fühlte sich mein Leben an wie eine brennende Lunte, von der ich glaubte, sie würde eines Tages ein Pulverfass an Lebensglück und Lebensentwürfen hoch gehen lassen.
Am Ende der Jugend musste ich feststellen, dass sie nur eine glimmende Einbildung gewesen war…

Es brennt nicht

Oft frage ich mich: 'Was tue ich hier eigentlich?' Ich hab das Gefühl, es hält mich nur die Schwerkraft auf dieser Erde. Das Leben 'verlebt' sich ganz von selbst…und ich bin sein treuer Zuschauer.

In diesem Moment höre ich wertschätzende Worte:
DU hast ein RECHT darauf zu leben !!!!! weil DU bist jetzt da und es hat niemand was davon, wenn du dein Leben jetzt nicht nimmst und lebst !!!!!!

Doch jede gedankliche Bemühung, das Projekt 'Leben neu' in Angriff zu nehmen, gleicht einem Streichholz, das im windigen Freien eine Kerze anzünden will. Selbst nach hundertmaligen Versuchen wird die Kerze nicht brennen…

Glücksschmied

Jeder ist seines Glückes Schmied.
Fernöstliche Weisheit in eine volksverdauliche Redensart verpackt. Nur: Was soll man schmieden, wenn nichts da ist zum Schmieden...?

Wo ich beim Schmieden steh, zeigt mir ein Arbeitskollege eindrucksvoll (und er ist nicht der einzige).
Bei dem geht das Schmieden bilderbuchhaft vonstatten:
Frau – Kind – Familie – beruflicher Erfolg – jetzt noch größerer beruflicher Erfolg, der noch mehr Wege eröffnet und die materiellen Güter mehrt – dadurch wird das Leben noch entspannter – seine Frau wird in ihrer Überzeugung, den richtigen gewählt zu haben, unerschütterlich gestärkt…usw.

Und 9 Jahre jünger ist er außerdem...

Glückssache

'Das Glück findest du nur in dir selbst'.
Der Weisheitsklassiker, der immer schnell zur Hand ist, wenn sich ersehnte und glückversprechende Lebensumstände (z.B. Beziehung…) nicht manifestieren, kann mich nach wie vor nicht überzeugen.

Ich glaube, letztlich ist es egal, ob man das Glück im Außen sucht oder in sich selbst. Beide Strategien haben annähernd den gleichen Schwierigkeitsgrad.

Verrenken für die Erfüllung
Für den Weg nach innen muss ich mich ein Leben lang verrenken in diversen Yogastellungen, meditieren, mir suggestiv mit Affirmationen eine Vorstellung von Glück auf die Hirn-Festplatte brutzeln, im Zenkloster verbringen…etc.
Und was nützt’s, wenn mich mit 70 erst die Erleuchtung ereilt (falls überhaupt) und ich dann nur mehr ein paar Jährchen in totaler glückseliger innerer Erfüllung leben kann, bevor ich abdanke?

Genau so gut kann ich das Glück auch momentweise aus äußeren Lebensumständen erhalten. Aneinandergereiht ergeben viele Glücksmomente - aufs Leben gesehen - auch ein kontinuierliches Glück von einigen Jahren.
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