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Erregerstoffe in den Venen

Was macht deine Freundin heute?, fragte Mimi.
Sie vermutete wahrscheinlich, ich sei wegen einer Abwechslung vom Beziehungsalltag bei ihr. Das Gegenteil war der Fall: Sie sollte für 20 Minuten meine erotische Freitagabend-Abwechslung vom Singledasein sein.

- Ich hab keine Freundin…

Wieso nicht?

- Keine Ahnung.

Meine Instant-Antwort, um keine längeren Erklärstücke abliefern zu müssen. Ich fügte aber hinzu:

- Weil die Hübschen schon vergeben sind.

Hübsch muss sie eh nicht sein. Geil muss sie sein. Gibt Mimi zu bedenken.

Das 'Kombipack' (hübsch & geil) presst mir aber wesentlich mehr Erregerstoffe in die Venen...und dafür zahl ich halt was auf ;-)

Tags: Untergang

Untergangs-Celebration

Langsam geh i unter so allan, wundern, na wundern derf si niemand, dass i waan...

Diese Textzeile von Andrè Heller war seit jeher eine Gefühlssignatur fürs eigene Untergehen. Ich liebe sie nach wie vor (das Lied läuft nämlich gerade im Hintergrund.)

Aber mittlerweile weiß ich, dass man dieses Untergehen zelebrieren kann...eine Show draus machen kann. Die Musik spielt, die Revuegirls tanzen, und ich stehe mit Mimi unter der Dusche. Sie schnurrt wie ein Kätzchen. Ich darf mir aussuchen, welche Strümpfe sie anziehen soll. Rote, schwarze und weiße stehen zur Verfügung. Ich wähle die schwarzen...



Eigentlich ist es kein Untergang mehr, dafür fühlt er sich zu lebendig und lustvoll an.
Und Mimi streckt mir fürs ejakulative Finale ('nimm den Gummi runter') einladend ihre Titten entgegen...

Wir sind allein

Wir sind allein, wir werden immer allein sein. Welche monströse, obszöne Membran könnte uns miteinander verbinden, verstehst du, uns für immer verbinden? Die Membran der Freundschaft, die Membran der Liebe? (René Cravel)

Ich wollte nur für einen Augenblick lang dem Leben, das ich versäumt habe, verbunden sein, aber es klappte nicht. Die Traurigkeit lähmte mich. Ich lachte aus purer Verzweiflung über das Versagen. Das wollte ich Mandy nicht sagen, als sie mich fragte, warum ich lache. Aber sie spürte es ohnedies.

In wenigen Worten hatten wir unsere Lebensgeschichten erzählt. Sie küsste mich ein paar Mal und nahm mich immer wieder die Arme. Das war es eigentlich, wonach ich Sehnsucht gehabt hatte…und sie scheinbar auch.

Sehen wir uns wieder?, fragte sie. Ich denke schon, ich habe so ein Gefühl, fügte sie hinzu, ohne eine Antwort von mir abzuwarten.

Ich fuhr nach Hause und weinte.

Nieten


Wenn eine mit zwei Fingern am besten Stück des Mannes herum nestelt und es anfasst, als hätte sie es mit einem zerbrechlichen Miniatur-Goldschmiede-Kunstwerk zu tun, dann weiß ich schon: das wird nichts. Am Sonntag ist mir das wieder mal passiert, mit einer Litauerin, die vom Tuten und Blasen – im wahrsten Sinne des Wortes – keine Ahnung hatte.
Wenn ich wenigstens die Gewissheit hätte, mit meinen 75 Euro einen Beitrag für ihre Weiterbildung geleistet zu haben, dann müsste ich diese Ausgabe nicht unter "Sinnlos verplempert" verbuchen.
Jedoch, ich fürchte, die Dame wird in diesem Stil weiter dilettieren.
Zum Glück geriet ich tags darauf an eine Fortgeschrittene.

Einsame Leere

Die deprimierendste Form der Einsamkeit, ist die Einsamkeit zwischen zwei Körpern, die das Geld zusammenführt.
Die Leere, die der Einsame mitbringt, bläht sich noch mehr auf in der Vereinigung mit der gekauften Frau.
Nicht einmal ansatzweise gespielte Zuneigung darf sich der Einsame bei diesem Geschäft erwarten…
Die postkoitale Leere katapultiert den Einsamen unweigerlich an die Grenze seiner Traurigkeit.
Irgendwann kehrt er wieder zurück zur Frau, die er kaufen kann und das schmerzliche Spiel beginnt erneut…

Freuden und Leiden

Jedes Leben hat seine Freunden und Leiden. Natürlich hätte unterm Strich jeder gerne ein sattes Plus bei den Freuden auf dem Lebenskonto.
Meine Freuden kosten mich jedes Mal 75 Euro, weil ich mich in 10 Jahren mehr als nur an mein Verlassensein erinnern möchte. In dieser Woche waren es zwei nette Slowakinnen: Alic und Nikki.
Auf diese Weise bleibe ich mit dem Weiblichen in Berührung, auch wenn ich nie den Weg zum Herzen einer Frau finden werde.

Ich, der Controller

Eine Neue auf der Liste: Cherise. Pam war besetzt, also landete ich bei ihr. Eigentlich war sie figurmäßig mit ihrem Schwabbelbäuchen schon weit abseits meiner Idealvorstellungen, aber sie hatte eine so herzliche und unkomplizierte Art. Küsste mich gleich zur Begrüßung auf den Mund. Ich war nicht bloß Kunde, sondern auch als Mensch willkommen. Das spürte ich sofort und das entspannte mich ungemein.

Nach zwei unkoordinierten Stößen, während sie auf mir saß, meinte sie: Ah, du bist der Controller…okay…und legte sich auf den Rücken und ich nahm sie.
Ich, der Controller….hey, das gefiel mir.

Ihre Lippen streckten sich mir entgegen, sie schien um Küsse zu betteln, also steckte ich ihr meine Zunge rein und sie erwiderte die Zungenküsse. Wow! So viel hatte ich bisher für mein Geld noch nie bekommen.

Hinterher hielten wir uns noch einige Zeit in den Armen und plauderten.
Es gibt nichts Schöneres als eine gute Nummer am Morgen, stellte sie lächelnd fest und bediente ein Männerklischee…

Frauennähe und –wärme

Hast du eine Frau…eine Freundin, fragte mich Melissa heute unvermittelt, während ich mich auszog.
Nein, ich bin old, free and single, sagte ich scherzhaft.
Sie lachte kurz. Wir legten uns ins Bett.
Allein ist es viel besser.
Wirklich?
1000-prozentig, erwiderte sie überzeugt.
Dann neigte sie sich zu mir runter und begann mich sanft zu küssen und lecken…
Ich zog sie gleich viel zärtlicher zu mir als sonst.

Kapitulation vor dem Tempel der Ekstase
Ich konnte allerdings wieder nicht loslassen.
Beim Vögeln kommt manchmal der Punkt, an dem es nicht mehr weiter geht. Knapp vor den Toren des Tempels der Ekstase musste ich bei ihr nun schon zum zweiten Mal kapitulieren. Es ist einfach zu viel Gummi dazwischen. Das Wollen um jeden Preis hilft nichts, wenn die Rezeptoren ihre Muschi nur homöopathisch spüren können. Auch ihre und meine Handarbeit konnten nichts mehr ausrichten, weil längst der Kopf wieder stresste…

Tja, diesmal hab’ ich die 75€ eben für ein bisschen Frauennähe und –wärme investiert.

Stachel der Wut

Der Stachel der Wut macht mich hin und wieder zu einem Getriebenen. Ich möchte mich am Schicksal wieder einmal mit gekauftem Sex rächen für all die vergeudeten Jahre im Exil der Einsamkeit.

Hinter den Türen von Pamela, Patricia, Vanity, Tascha…wartet schneller, unverbindlicher Sex, ein bisschen gespielte Zuneigung und Zärtlichkeit.
Aber ich spüre nur resignative Gleichgültigkeit. Sie ist der Treibsand, in dem das Verlangen immer mehr versinkt. Ich spüre keine Geilheit mehr. Selbst diese primitive, von der Evolution implantierte, Triebsteuerung fällt aus.
Unbefriedigt bin ich wieder in den Fängen des Schicksals gefangen.
Doch ich werde es immer wieder versuchen.
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